Ich esse kein grün!

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Über die Unlust an Gemüse

Ich esse kein GRÜN! Ein gerade 4jähriger Junge, munter und fröhlich, gibt mir das zur Antwort, auf die Frage, was er denn gerne esse. Die Mutter sagt, dieses Problem habe sie, seitdem der Junge den Kindergarten besuche. Zuvor habe er alles ohne Probleme gegessen. Der Junge ist altersentsprechend entwickelt und überhaupt nicht krank.

Kennst du solche oder ähnliche Aussagen? Schiebt dein Kind das Gemüse auf dem Teller von links nach rechts und verschmäht es? Was machst du dann? 

Nur keinen Stress! Denn wenn das Kind in dem Fall zum Essen gezwungen wird, dann bekommt das Thema „Gemüse“ viel zu viel Aufmerksamkeit. Es gibt Phasen, da essen kleine Kinder sehr einseitig und normalerweise sind sie dabei, wie der Kleine, der „kein GRÜN essen will“, völlig munter und zeigen natürlich auch keinerlei Mangelernährung.

Hinzu kommt, dass Kinder einige Gemüsesorten tatsächlich altersentsprechend überhaupt nicht mögen. Bevorzugt werden meistens Gemüsesorten, die einen süßlichen Geschmack haben, wie Möhren, Süßkartoffeln, Paprika. Häufig essen Kinder lieber rohe Gemüsesorten, wie Gemüsesticks.

Ich habe eine interessante Studie gefunden, die erklärt, warum Kinder einige Gemüsesorten überhaupt nicht mögen.

Brokkoli, Blumenkohl, Weißkohl und Rosenkohl ist bei vielen Kindern nicht beliebt. Ein Grund könnte in unserer Mundflora liegen, lässt eine australische Studie vermuten.

Die Pflanzen enthalten nicht nur viele Bitterstoffe, sondern auch die Verbindung S-Methyl-L-Cysteinsulfoxid. Beim Abbau durch bakterielle Enzyme im Speichel (z.B. Cysteinlyase), aber auch pflanzeneigene Enzyme wird ein schwefelhaltiger Geruch erzeugt. Dieser Geruch, und damit der Geschmack, kann den Kindern das Gemüse als überhaupt nicht schmackhaft vorkommen lassen.

Wahrscheinlich haben sich Erwachsene bereits an die Schwefelnote gewöhnt und nehmen sie nicht so intensiv wahr. Somit ist es möglich, dass wir das Gemüse als aromatisch und lecker empfinden, dein Kind aber tatsächlich nicht! 

Das bedeutet aber nicht, dass man nicht immer wieder solche Gemüsesorten auch mal in den Speiseplan mit aufnehmen darf, denn meidet man diese Lebensmittel dauerhaft, scheint der Gewöhnungseffekt auszubleiben.

Hier findest du entsprechende Hinweise auf die Studie bzw. die Studie selbst.

https://deref-web.de/mail/client/SSjO0n9h7xk/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.bzfe.de%2Fservice%2Fnews%2Faktuelle-meldungen%2Fnews-archiv%2Fmeldungen-2021%2Foktober%2Fwarum-kohl-bei-kindern-so-unbeliebt-ist%2F

Journal of Agricultural and Food Chemistry, Online-Veröffentlichung (2021, 69, 39, 11646–11655, https://doi.org/10.1021/acs.jafc.1c03889

In meinem Praxisalltag höre ich aber auch immer wieder von Eltern folgende Aussage: „Mein Kind isst überhaupt kein Obst und Gemüse!“ Fragt man, was das 3 – 5 jährige Kind denn gerne ißt, kommt nicht selten zur Antwort: „Pommes, Nudeln, Chips.“ Und natürlich Süßes! „Süßes geht immer“.

Tatsächlich habe ich mit dieser gemachten Aussage größere Probleme, denn das Kind hat ja ganz offensichtlich Gefallen gefunden an diesen Fertigprodukten. Aber wie genau hat es die denn kennengelernt?

Sicherlich hat das Kind nicht ein einziges Mal eine Pommes gegessen und danach sofort den Genuss an Gemüse und Obst zu Gunsten der frittierten Kartoffelstäbchen eingestellt, das gleiche gilt für die viel zu stark gewürzten Chips.

Hier spielen ganz erheblich die Ernährungsgewohnheiten der Eltern eine Rolle. Kinder lernen am Modell. Wie häufig isst ein Elternteil auch kein Gemüse und Obst. Warum sollte es denn dann das Kind machen?

Quelle: http://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/in-bestimmten-lebensphasen/wenn-kinder-kein-gemuese-moegen/

Wie eine altersentsprechende Kost am Besten zusammengestellt wird und welche Menge davon verzehrt werden soll, findet ihr in einem meiner anderen Beiträge!

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