Wissenschaft und Medizin – leicht erklärt!

Mein Kind isst zu wenig

CategorIes: NÜTZLICHE hINWEISE ZUR eRNÄHRUNG

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4–5 Minuten

Besorgt sitzt eine Mutter vor mir. „Mein Kind isst kaum etwas!“

Es folgen meinerseits einige Fragen:

„Hat Ihr Kind Krankheitszeichen, wie Fieber, Durchfall, Erkältungszeichen, Schmerzen, einen auffälligen Bauchumfang, Verstopfung, Schmerzen beim Wasser lassen?“ oder einfacher gefragt: „wirkt ihr Kind auf Sie, abgesehen vom Essverhalten, krank?“

„Hat Ihr Kind sich bisher gut entwickelt? Gab es Auffälligkeiten bei den Vorsorgeuntersuchungen?“

„Nimmt Ihr Kind an Gewicht und Länge zu? Hat es an Gewicht verloren?

„Wie verhält ihr Kind sich? Spielt und tobt es herum oder schläft es viel, muss ich häufig ausruhen?“

Die besorgte Mutter antwortet aber: „Nein, das Kind ist sogar sehr aktiv. Es tobt den ganzen Tag herum, ist fröhlich. Wenn die anderen Kinder im Kindergarten krank sind, dann ist auch mein Kind krank, aber das ist nicht besonders häufig. Bei den Vorsorgeuntersuchungen ist bisher alles in Ordnung gewesen. Eigentlich wäre alles gut, wenn das Essen nicht wäre.“

Die Mutter beschreibt, dass morgens gefrühstückt würde, dann erhält das Kind Essen im Kindergarten, abends Abendbrot. Morgens würde höchstens einmal ins Brot gebissen, abends kaum was vom Abendbrot genommen. „Dabei gebe ich mir so viel Mühe!“

Die Mutter berichtet weiter, dass die Erzieherinnen im Kindergarten nichts davon berichtet hätten, dass das Essen ein Problem wäre. Ein bisschen Zweifel kann man aber aus der Stimme der Mutter schon heraushören. „Ich kann das ja nicht genau sagen, ich sehe das ja nicht.“

Ich lasse mir berichten wie eine Abendmahlzeit aussieht und die Mutter erzählt von einem frisch zubereiteten Abendessen für die Familie, meistens gibt es warmes Essen.

„Und dazwischen?“ Verwirrt schaut mich die Mutter an. „Was gibt es zwischen den Hauptmahlzeiten zu essen?“ möchte ich gerne wissen. „Sie haben noch gar keine Süßigkeiten oder kleine Zwischenmahlzeiten erwähnt. Gibt es so etwas nicht am Nachmittag oder am Wochenende? Und was trinkt ihr Kind und vor allem, wie viel?“

Die Mutter berichtet von verschiedenen Snacks, die gereicht würden. Davon würde das Kind aber auch ganz selten was naschen. Die Mutter bleibt besorgt, ich verwirrt, denn bisher kann ich nicht ermitteln, wie viel das Kind über den Tag tatsächlich an Nahrung zu sich nimmt.

Zum Glück ist der kleine Junge mit im Behandlungszimmer, scheint gesund und vergnügt. Er ist altersentsprechend groß und auch das Gewicht entspricht dem Alter, obwohl der Junge wirklich sehr schlank erscheint.  Ich untersuche ihn und kann keinen auffälligen Untersuchungsbefund zum jetzigen Zeitpunkt feststellen. Natürlich verzichte ich aktuell auf weitere Diagnostik, stattdessen bekommt die Mutter eine herausfordernde Hausaufgabe. Sie soll an zwei Tagen innerhalb der Woche und an einem Tag am Wochenende ALLE Dinge, die das Kind isst und trinkt genau mit Angaben der Menge aufschreiben. So lässt sich dann nämlich genau ermitteln, ob dass Kind ausreichend mit Kalorien versorgt ist.

Die genaue Menge in Gramm ist dabei gar nicht so wichtig. Kinder haben sehr unterschiedlich viel Hunger und essen mal weniger und futtern dann mal richtig viel, beides ist – solange das Gewicht im Rahmen bleibt – völlig in Ordnung.

Was bedeutet also Handmaß-Regel?

Alles, was in EINE Hand passt, ist eine Portion, zwei Hände zur Schale gehalten sind das Maß für zerkleinertes oder kleinstückiges Gemüse oder Obst (z.B. Kirschen, Erdbeeren) sowie Salat.

Die Menge an Fleisch und Fisch richtet sich nach der Handfläche ohne Finger!

Süßigkeiten und Knabbereien müssen in einer Hand Platz haben.

Somit ändert sich mit dem Wachstum auch die Menge, die das Kind am Tag verzehren darf.

Wie sich aber über den Tag hinweg die Mahlzeiten zusammensetzen sollten, gilt genau so für Kleinkinder, wie auch für uns Erwachsene. Dazu findest du in meinem Blog einen anderen Beitrag!

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